Erster Urlaub mit Baby erfolgreich überstanden!

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Wir sind zurück aus einem zweiwöchigen Urlaub mit unserem Zwerg und es war einfach wundervoll! Wir waren auf Mallorca, in einem Ferienhaus. Ende Mai – perfektes Wetter für uns drei, perfekte Umstände, perfekte Zeit – ein Traum!

Zuvor waren wir etwas nervös, wie der Kleine wohl den Flug überstehen würde. Es hat prima geklappt, dennoch waren wir am Ende total fertig. Zwar hat der Kleine sich nicht ein einziges Mal beschwert, aber so ein Flug ist ja immer eine enge Angelegenheit. Mit einem Baby auf dem Arm, das man nirgendwo ablegen kann und das die ganze Zeit herumwuselt, ist man doch etwas angestrengt. Zu allem Übel war auch unser Buggy, den wir extra am Gate abgegeben haben, um ihn direkt nach dem Aussteigen wieder zu bekommen, erst bei der Gepäckusgabe wieder am Start. Somit mussten wir veschwitzt, mit Tausend Handgepäckstücken und dem kleinen Mann auf dem Arm ewige Strecken auf dem Flughafen von Palma zurücklegen.Eine Info diesbezüglich: Wenn ein Buggy an einem Stück ist (d.h. sich einfach zusammenklappen lässt, was eingetlich jeder Buggy tut), kann man ihn direkt bis ins Flugzeug mitnehmen, dort wird er dann von den Flugbegleitern verstaut und – im Normalfall – nach der Landung wieder ausgehändigt.

Gott sei Dank wurden wir am Ausgang von meinen Schwiegereltern abgeholt, die die ersten fünf Tage des Urlaubs mit uns verbracht haben – ein Segen! Unsere ersten Tage sahen daher so aus: Pünktlich um 5:00h, wenn Junior sich zu Wort meldete, wurde er in Omas Zimmer abgeliefert, wo er sein Fläschchen bekam und dann noch bis ca. 6:30 schlummerte. Danach endet seine Nacht immer. Wir hingegen konnten noch weiter schlafen und gut erholt in den Tag starten, der aus Spaziergängen am Strand, liegen in der Hängematte, viel und gut essen und sogar einigen Ausflügen zu zweit bestand. Man muss wirklich sagen, mit einem Baby fängt man an, die wenige freie Zeit, die man sich als Paar ab und zu gönnt, wirklich zu genießen. Wann habe ich vor der Schwangerschaft mich jemals so gefreut mit meinem Mann essen zu gehen oder sogar ein Glas Wein zu trinken? Ich glaube, noch nie.

Nachdem die Großeltern weg waren, blieben uns noch zehn wunderschöne Tage zu dritt. Zugegebenermaßen hatten wir ein bisschen Bammel: Den Luxus, vier paar Hände für den kleinen Prinzen zu haben, möchte man nicht so schnell wieder aufgeben. Aber es wurde dann wirklich noch schöner und wir konnten gefühlt zum ersten Mal seit der Geburt unsere kleine Familie genießen, fernab von Alltagssorgen. Klar, unsere Nacht war um 06:30h dann auch endgültig vorbei, dafür genossen wir aber abwechselnd morgendliche Spaziergänge zum Strand und zum Bäcker. Vormittags sind wir dann meist zusammen zum Strand, solange es noch nicht so heiß war. Oder wir fuhren einfach los, in irgendeine Stadt, die wir uns vorher ausgesucht hatten. Leider mochte der Zwerg das Autofahren auf der Insel anfangs gar nicht: Bei Ausflugszielen, die über eine Fahrtstunde entfernt lagen, mussten wir auf jeden Fall Pausen einplanen, was normalerweise absolut nicht nötig ist. Aber er hat dann so geschrien, dass er da alleine nicht mehr rausfand. Wir vermuten, es lag am Kindersitz, der zwar eine Art Maxi Cosi war, aber irgendwie für etwas ältere Kinder geeignet zu sein schien. Den Sitz hatten wir zum Auto dazugemietet. Diese Schreiattacken legten sich nach ein paar Tagen wieder, sodass wir auch die Autofahrten problemlos meistern konnten. Mittags haben wir dann immer ganz nach Spanischer Art Siesta gemacht und viel Zeit im Haus (ich hauptsächlich in der Hängematte ;)) verbracht, bevor es abends dann nochmal zum Strand ging oder in eine Strandbar. Unterwegs schlief der kleine Mann dann immer im Buggy ein und wir konnten problemlos den ganzen Abend genießen und ihn zu Hause dann in sein Babybettchen legen, wo er bis um 05.00h am nächsten Morgen schlief und der nächste Tag seinen Lauf nahm.

Ich finde, mit fünf Monaten, ist der perfekte Zeitpunkt für einen ersten Urlaub. Ich war aber auch sehr froh, dass unser Reiseziel nur zwei Flugstunden entfernt lag und die Temperaturen 27 Grad nicht überstiegen. Und eine sehr schöne Erfahrung war, dass sowohl mein Mann als auch ich diesen Urlaub als den bisher besten empfanden.

Advertisements

Wenn die Milch immer weniger wird

Vor einigen Wochen habe ich hier  darüber berichtet, dass wir unserem Zwerg Fläschchen geben müssen, da meine Milch nicht ausreicht. Es ist circa sechs Wochen her, dass ich geschrieben habe, dass es dennoch für 2-3 Mal Stillen reicht. Obwohl ich, soweit ich das Einschätzen kann, nichts an meinem Verhalten geändert habe, habe ich jetzt wirklich kaum noch Milch. Ich weiß nicht genau, wie ich das beuerteilen kann, aber es scheinen nur wenige Millliliter zu sein: Der Kleine wird schon nach wenigen Minten nach dem Anlegen sehr quengelig, er saugt, schluckt aber kaum. Ich vermute, dass jetzt auch das eingetreten ist, wovor viele Experten in Zusammenhang mit Zufüttern berichten: Das Kind wird „faul“ an der Brust. Möglicherweise ist noch Milch da, da sie aber nicht so leicht fließt wie aus der Flasche und das Baby sich folglich mehr anstrengen muss, hat das Baby bald keine Lust mehr auf die Brust. Und ich denke, es macht auch keinen Sinn mehr, ihn in einem Stillprozess immer wieder dazu zu bringen an der Brust zu bleiben. So gebe ich ihm, sofort wenn er meckert das Fläschchen hinterher. Ursprünglich hatte ich mir gewünscht, auch mit Flasche wenigstens sechs Monate stillen zu können. Momentan sieht es so aus, dass es nicht klappen wird, was ich sehr schade finde, aber irgendwie damit leben muss. Es geht meinem Kleinen sehr gut, er strahlt pures Glück aus und ist super gesund. Und das zählt! Nächste Woche fliegen wir für zwei Wochen in Urlaub, mal schauen, wie da die Situation sein wird.

Ach ja, wir haben seit zwei Wochen mit Beikost angefangen! Das ist herrlich und ein ganz, ganz bedeutender Einschnitt in der Entwicklung und unserem Alltag. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag… 🙂

Wenn das Baby mehrsprachig aufwächst

Dieser Beitrag soll informativer Natur sein, da ich vor kurzem einen Vortrag zur mehrsprachigen Kindererziehung besucht habe. Warum? Weil auch unser Sohn mehrsprachig aufwachsen soll. Ich bin gebürtige Russin, in meinem Elternhaus wird nur Russisch gesprochen und selbstverständlich möchte ich die Sprache, Kultur und russische Traditionen an mein Kind weitergeben. Wäre auch ganz schön dumm, ihm ein so mächtiges Kapital wie eine zusätzliche Sprache vorzuenthalten.

Einiges beim Vortrag über die mehrsprpachige Kindererziehung war logisch und selbstverständlich, anderes hat mich überrascht und ich habe viel Wissenswertes zu diesem Thema erfahren, was ich nachfolgend teilen möchte.

  • Möchten die Eltern ihre Kinder mehrsprachig erziehen, müssen sie sich zuallererst einer Sache bewusst sein: Ein Mensch besitzt, egal, wie viele Sprachen er beherrscht, immer eine starke Sprache. Diese sprache ist fast immer die Umgebungssprache (z.B. Deutsch in Deutschland). Es ist kaum möglich, mehrere Sprachen auf dem absolut perfekten Niveau zu beherrschen. (Dies bedeutet nicht, dass man nicht mehrere Sprachen fast perfekt sprechen kann). Eltern sollten sich dessen bewusst sein und nicht allzu hohe Anforderungen an sich, ihren Alltag und das Kind stellen.
  • Das menschliche Gehirn hat eine unendliche Kapazität, was den Spracherwerb angeht. Möchten die Eltern ihrem Kind x Sprachen aneignen, können sie das gerne tun. Es führt nicht zur Verwirrung, wenn das Kind mehreren Sprachen ausgesetzt ist. Es ist nur so, dass es natürlich schwierig ist, mehrere Sprachen im Alltag unterzubringen.
  • Wichtig: haben Eltern den Anspruch, dass ihr Nachwuchs später mehrere Sprachen akzentfrei sprechen kann, ist es notwendig direkt nach der Geburt mit ihm in diesen Sprachen zu kommunizieren. In den ersten sechs Lebensmonaten bilden sich die Strukturen im Gehirn aus, die für den Erwerb von Lauten verantwortlich sind.
  • Es ist ganz normal, dass folgende Entwicklung passiert: Das Kind verbringt die ersten Lebensjahre zu hause, bei der/dem Mutter/Vater und bekommt von dieser Bezungsperson eine Sprache, sagen wir, Russisch, beigebracht. Es versteht und spricht die Sprache. Es kommt in den Kindergarten, wo es Deutsch lernt. das Kind wird vermutlich irgendwann ganz aufhören, Russisch zu sprechen, da die Umgebungssprache einfach überwiegt. Es wird weiterhin alles verstehen, aber nur Deutsch sprechen. Das ist ganz normal und die Eltern müssen nicht verzweifeln oder das Kind dazu zwingen, auf Russisch zu kommuizieren. Sie sollten aber standhaft bleiben und weiterhin mit dem Kind Russisch sprechen. Irgendwann, so hieß es im Vortrag, wird das Kind wieder diese Sprache beherrschen. Eine sehr wichtige Info, wie ich finde.
  • Und zu guter Letzt, etwas, was ich sehr süß finde: In der Lallphase (die ersten sechs Lebensmonate) lallen und gurren alle Babies weltweit gleich! 🙂

Dieser Vortrag hat mich sehr darin bestärkt, weiterhin konsequent Russisch mit meinem Baby zu sprechen. Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass er vermutlich nicht Russisch sprechen wird, da er dies nur von mir, wenn wir beide alleine sind und von meinen Eltern, die er ein paar mal im Monat sieht, zu hören bekommt. Dennoch erhoffe ich mir zumindest, dass er es versteht und vielleicht irgendwann, als junger Erwachsener das Interesse hat, die Sprache und das Land näher kennenzulernen.

Das Leben mit dem „Vier-Monats-Baby“

Seit dem 24.04. ist unser kleiner großer Mann vier Monate alt. Vier Monate mit Baby vergehen so schnell wie vier Wochen im Leben vor dem Baby. Es waren großartige, aufregende, aufreibende, anstrengende Monate und irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Vier-Monats-Grenze einen Einschnitt bedeutet. Sowohl für den Kleinen als auch für mich. Der Kleine ist jetzt wirklich präsent. Er ist vollständig in der Wet angekommen und durstet danach, die Welt mit allen Sinnen zu erfassen. Für mich bedeutet diese Tatsache zweierlei: Auf der einen Seite kann ich stundenlang mit dem Zwerg in seiner Sprache brabbeln, ihn dabei bewundern, wie er mit seinen Händchen alles ertastet, was er zu fassen bekommt, inklusive meines Gesichts. 🙂 Auf der anderen Seite fühle ich mich abends ab und zu so ausgelaugt, dass ich mich am liebsten unter der Bettdecke verstecken und den ganzen Abend lang nicht mehr reden möchte. Zuerst dachte ich, diese Müdigkeit liegt daran, dass ich seit Monaten nicht genügend Schlaf bekomme. Dabei ist unser Sohn ein vorbildlicher Nacht-Schläfer. Aber dann kam ich auf die Lösung. Mit vier Monaten ist das Baby andauernd in Interaktion und man ist ohne Pause dabei es zu bespaßen, ihm vorzusingen, ihn abzulenken oder mit ihm zu spielen. Es kommt kaum vor, dass ich eine Stunde am Tag mal nicht rede. Und das strengt natürlich an, lässt sich aber meiner Meinung nach nicht vermeiden. Und es wäre natürlich auch nicht schön für den Wurm und seine Entwicklung, würde man ihn schweigend angucken. Daher finde ich es enorm wichtig, sich kleine Ruheinseln im Alltag zu schaffen. Sofern man denn natürlich die Unterstützung vom Partner und anderen Menschen hat. Hier sind ein paar Beispiele, die sich (meiner Meinung nach) gut mit dem Leben mit Baby vereinbaren lassen:

  1. Das simpelste: Abends mal nicht duschen, sondern ein Bad nehmen. Es entspannt wirklich enorm.
  2. Auch gut: Abends einfach mal kurz rausgehen, eine Runde um den Block drehen. Alleine.
  3. Wenn das Wetter gut ist und man tagsüber mit dem Kinderwagen spazieren geht, keine weiten Strecken zurücklegen, sondern sich direkt vor dem Haus eine Bank suchen, mit einer Hand den Kinderwagen hin- und herschieben und in der anderen ein Buch oder eine Zeitschrift halten. Wunderbar! Dabei das Gesicht zur Frühlingssonne wenden. 😉
  4. Sport ist natürlich eine super Sache. Mein Favorit ist Yoga. Hat man keine Möglichkeit, ein Yoga- oder Fitnessstudion aufzusuchen oder keine Lust joggen zu gehen: Auf Youtube finden sich abertausende Yogastundenvideos. Mein Tipp: Die Videos von Amiena Zylla sind super! Nicht zu lang, sehr vielfältig, gute Laune garantiert!
  5. Ganz toll ist es auch, einen Abend pro Woche etwas alleine, d.h. ohne family zu unternehmen. Sei es mit einer Freundin ins Kino zu gehen oder Ähnliches. Für mich wird es langsam gerade erst möglich, da ich die ersten vier Monate mit Baby einfach keinen Kopf für den Rest der Welt hatte und abends vor allem eins wollte: Schlafen. Auch jetzt noch finde ich laute Menschenmassen anstrengend und würde einen Besuch in der Sauna einer Bar vorziehen. Die Hauptsache ist, man macht wenigstens ab und zu als Mami noch einen Ausflug in die „Erwachsenenwelt“ und kommt auf andere Gedanken!

Große und kleine Fortschritte

Heute ist mein Kleiner zum ersten Mal vormittags ganz von alleine in seinem Bettchen eingeschlafen, und das ohne Schnuller! Mit knapp 4 Monaten! Das ist für uns eine riesengroße Errungenschaft, ist Schlafen tagsüber doch eine etwas schwierige Angelegenheit. Dafür klappt es nachts wunderbar: Zwischen 19-20Uhr geht’s ins Bett und dann heißt es 7-9 Stunden Durchschlafen! Ein Traum.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass jetzt eine Phase ist, in der jeden Tag etwas neues passiert. Der kleine Mann entdeckt nach und nach seine Hände, ist kurz davor sich herumzurollen und seinen Gefühlsausdrücken sind keine Grenzen gesetzt. Überraschung, Freude, entspannte Zufriedenheit, große Neugierde, Zorn – alles ist dabei. Ganz wunderbar ist das Gefühl, dass man als Mutter sein Kind absolut versteht und seine Gefühlsregungen deuten kann. Es ist ein großes Glück, sein Baby beim Heranwachsen zu begleiten und zu beobachten und dafür bin ich jeden Tag dankbar!

Die Sache mit dem Stillen

Sehr häufig denke ich über das Thema Stillen nach. Bei mir, wie auch bei vielen anderen Frauen, ist es leider nicht unproblematisch: da ich nur wenig Milch habe, füttern wir unserem Kleinen Pre-Nahrung zu seit er circa 4 Wochen alt ist. In meiner Schwangerschaft habe ich mich absolut nicht mit diesem Thema beschäftigt. Die wenigen Infoquellen, die ich ab und zu mal las, schienen mir unverständlich: Frauen, die von Stillproblemen berichteten und davon, wie sehr Mutter und Kind dadurch in Stress geraten können, verbunden mit dem Ratschlag, sich bloß nicht unter Druck setzen zu lassen. Ich dachte mir ganz naiv: Wenn’s nicht klappt, dann klappt’s halt nicht, dann wird es eben ein Flaschenkind, mit der heutigen Qualität der Babynahrung gar kein Problem. Der zweite Teil der Aussage stimmt, der erste allerdings ist leichter gesagt als getan.

Ich kann kaum das Gefühl beschreiben, welches das erste Anlegen und die ersten Male Stillen bei mir ausgelöst haben und es immer noch tun. Diese Exklusivität und Nähe, die nur eine Mutter ihrem Kind durch das Stillen geben kann, ist einfach wundervoll, rührend und euphorisierend. Zu sehen, wie sich das Kind wie durch einen Knopf an der Brust beruhigt und sich geborgen fühlt, vermittelt einem das Gefühl von Stärke, Zufriedenheit, Liebe und schafft tatsächlich eine sehr, sehr tiefe Bindung – was natürlich nicht heißen soll, dass diese Bindung nur durch das Stillen herzustellen ist.

Da beim ersten Kind bekanntermaßen alles ganz aufregend ist und man sich teilweise sehr verunsichert fühlt, bewahrt man in vielen Situationen keinen kühlen Kopf. So auch ich, als nach einigen Wochen die Milch nicht mehr zu reichen schien: Der Kleine gab sich alle Mühe zu trinken, wurde aber immer wütender, da nicht viel Milch kam. Sofort reagierte ich und gab ihm Babynahrung, um seinen Hunger zu stillen. Milchanregung hin oder her, in dem Moment war es mir viel wichtiger das Baby satt zu kriegen. So nahm der Prozess seinen Lauf, und, wie man es immer wieder hört, das Zufüttern wurde mehr und mehr, meine Milch hingegen nicht. Glücklicherweise scheint sich das momentan so eingependelt zu haben, dass ich nach wie vor einigermaßen ausreichend Milch habe, um ihn 2-3 mal am Tag zu Stillen, wobei auch da meistens noch die Flasche hinterher kommt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich meinem Sohn zum ersten Mal die Flasche gegeben habe. Ich war wahrhaftig eifersüchtig zu sehen, wie ein Plastikding meinem Kind etwas geben kann, was ich ihm nicht zu geben vermag. Und gleichzeitig bilde ich mir ein (es kann nur Einbildung sein), mit sehr traurigen und vorwurfsvollen Augen angeschaut worden zu sein. Und peng! Schon war das schlechte Gewissen da und das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.

Mein persönliches Fazit zum Thema Stillen ist heute, dass ich in diese „Stressfalle“ getappt bin: Zu viel Leistungsdruck als Mutter sofort funktionieren zu müssen, zu viel Stress in den ersten Wochen, zu erschreckend der Gedanke, das Kind auf herkömmlichem Wege nicht satt bekommen zu können und zu groß die Angst, was mit dem kleinen Würmchen passiert, wenn es nicht SOFORT die nötige Essensmenge bekommt. Ich denke, beim zweiten Kind würde ich die Sache viel gelassener sehen: Babys sind viel robuster als man denkt! Und mit dieser Gelassenheit würde auch die Milch besser fließen. Aber auch wenn nicht: ich bin nicht die erste oder letzte Frau auf der Welt mit diesem Problem und, wie gesagt, auch Flaschenkinder werden gesund großgezogen. Und haben mit Sicherheit keine Bindungsprobleme, wie es einige Beispiele in meinem Umfeld belegen.

Folglich möchte ich mich in die Kreise der Frauen einreihen, deren Appelle ich während der Schwangerschaft nur mit einem Schulterzucken wahrnahm: Bitte, alle frischgebackenen Mamis, macht euch nicht so viel Stress! Probiert einige Sachen aus, aber nur soweit, wie ihr euch damit wohl fühlt. Letztendlich ist es ganz, ganz wichtig den Weg zu finden, der euch das Leben erleichtert, denn wie meine Hebamme zu sagen pflegte: „Zu einem glücklichen Baby gehört eine glückliche und entspannte Mama.“ 🙂

Zum Thema Erstausstattung

Oh mein Gott, was habe ich es die ganze Schwangerschaft genossen zu überlegen, was man wirklich zum Babystart braucht und was nur Marketing ist. Letzendlich habe ich mich nach der Liste gerichtet, die in einem kleinen Heftchen verzeichnet war, das ich von meiner Gynäkologin erhalten hatte. Alles war nachvollziehbar und die Anschaffungsgegenstände hielten sich in Grenzen. Ich bin nämlich kein Fan von zu viel Kram, den man später nicht verwendet. Zudem bin ich der Meinung, dass gerade in Deutschlad heutzutage Kinder lächerlicher- und traurigerweise zu einer Art Statussymbol emporgehoben werden und das eigene Luxusbedürfnis und der eigene Materialismus auf sie übertragen wird. Dennoch – geht man in einen Babyladen, schon wird man von angeblich nicht zu entbehrenden Produkten überflutet und es ist nicht immer leicht sich diesem Einfluss zu entziehen.

Wie dem auch sei, wir starteten unser Leben mit Baby sicherlich mit allem Nötigsten: Kinderwagen, Babybettchen, Maxi-Cosi und ein Wickeltisch mitsamt einer Wärmelampe waren natürlich dabei. Nach den ersten Wochen und eingekehrter Routine, möchte ich meine Meinung und Erfahrungen zum Thema Erstausstattung zusammenfassen und reflektieren, ob die unzähligen Ratgeber und Listen zu diesem Thema nun sinnvoll sind oder nicht.

  • Was für uns erstaunlicherweise gar nicht funktioniert hat, war die Anzahl der Anziehsachen, die normalerweise emfohlen wird (5-6 Bodies, 5-6 Strampler etc.) Schon am ersten Tag zu Hause habe ich meine Mutter beauftragt, mehr zu kaufen, denn wir mussten unseren Kleinen aufgrund von kleineren und größeren Sauereien bis zu 3 Mal täglich umziehen. 😀 Und jeden Tag waschen ist auch kein großer Spaß.
  • Was die Ratgeber nicht erwähnen, für uns aber fast zum wichtigsten Tool wurde: Babydecken! Und zwar mehrere! Damit das Baby nicht friert und man ihm gleichzeitig nicht mehrere, teilweise (für Eltern und Baby) unbequeme/unhandliche Schichten anziehen muss, sind Babydecken ein Segen. Es müssen natürlich nicht explizit Babydecken sein, eine normale Decke tut’s auch, nur sind normale Decken natürlich viel größer.
  • Schnuller, Schnuller, Schnuller –  das A und O zum Beruhigen. Am besten gleich mehrere kaufen, da sie gerne mal runterfallen und man sofort einen neuen zur Hand hat (während man den anderen desinfiziert/auskocht).
  • Spucktücher! Viele! Am besten 2 Ladungen: Eine weiße und eine bunte/dunkle, damit man sie je nach Farben, die man wäscht, mitwaschen kann und sie somit nie wirklich ausgehen.
  • Etwas sehr Praktisches, aber auch sehr Individuelles, ist, wie ich finde, ein Pucksack. Es hilft einem aktiven Baby sehr gut dabei in den Schlaf zu finden und nicht immer wieder von seinen eigenen Armbewegungen aufzuwachen. Ich hatte auf einem Flohmarkt einen von Swaddleme ergattert und kann diesen nur weiterempfehlen.
  • Was für uns auch nicht wirklich sinnvoll war, war ein Schlafsack: Seit dem ersten Tag zu Hause schläft unser Kleiner entgegen aller Warnungen, die man so liest, unter einer Babydecke. Genauso nämlich wie im Krankenhaus, so ist es am kuscheligsten für ihn.
  • Noch ein guter Tipp von mir: Am besten auch schon einige Bodies/Strampler in größeren Größen vorkaufen, damit das Baby nicht plötzlich von einem Tag auf den anderen aus allem herauswächst.

Es heißt oft, man solle am Anfang nur das Nötigste besorgen, die Babys bräuchten ja nicht viel und wachsen schnell aus allem heraus. Ja, das stimmt natürlich. Allerdings finde ich auch, dass die ersten 4-5 Wochen mit Baby so turbulent sind, dass man froh ist, alles, was man braucht, bereits zur Hand zu haben. Für Ausflüge in Babygeschäfte oder auch Online-Shopping hatte ich in dieser Zeit auf jeden Fall nicht die Nerven. 😉

„Und, wie ist es so, das Leben mit Baby?“

Wie oft habe ich mir vor und während der Schwangerschaft diese Frage gestellt und sogar darüber geschrieben. Seit Weihnachten 2015 bin ich nun Mutter und, ja, das kann man so sagen: ein anderer Mensch. Ein anderer Mensch, weil sich der Fokus, die Sichtweise des Lebens und des eigenen Umfelds und die Prioritäten um 180 Grad wenden. Man hat es schon so oft gehört und versteht es doch erst, wenn es so weit ist: Alles dreht sich nur noch um den kleinen Menschen, dem man das Leben geschenkt hat und es ist wunderbar so wie es ist!

Nun, ist das Leben nun so oder so ähnlich, wie ich es mir vorgestellt habe? Jain. Auf der einen Seite haut dich diese Veränderung, die ja von einem Moment auf den anderen passiert, völlig um: Man hat in den ersten Wochen mit dem Baby den Eindruck, dass man absolut zu nichts mehr kommt, sogar Duschen muss man in den Tagesablauf einplanen. Dadurch fehlt einem schlicht die Zeit darüber nachzudenken, wie das Leben nun ist und ob man gestresst und müde ist: Man funktioniert einfach. Und genau dieses „Funktionieren“ erstaunt mich noch 10 Wochen nach der Geburt meines Sohnes: Man hat die Energie. Man hat die Lust. Man kommt mit sehr, sehr wenig Schlaf aus. Und jeden Morgen geht einem das Herz auf, wenn man in den Augen des kleinen Wesens, das sich wie durch ein Wunder im eigenen Körper entwickelt hat, die Welt sieht. Und man hat das Gefühl, man braucht nichts mehr zum Glück außer das eigene Kind. Insofern ist das Leben mit Baby noch viel schöner, als ich es mir ausgemalt habe, weil ich mir niemals hätte vorstellen können, was Mutterliebe wirklich bedeutet. Jetzt kann ich es und bin unendlich glücklich darüber!

Also, mein Appell: Deutschland, setz endlich mehr Kinder in die Welt! Es lohnt sich!

Das Wunder der Geburt

Viele Frauen und vor allem schwangere Frauen fürchten die Schmerzen der Geburt und fragen sich, wie ein ganzer Mensch mit einem vergleichsweise riesigen Kopf aus einem weiblichen Körper herausschlüpfen soll, ohne nachhaltigen Schaden anzurichten. Was heißt Schaden. Man fragt sich eigentlich, wie man das Ganze überhaupt überleben soll. Auch mir erging es in meiner Schwangerschaft nicht anders. Ich hatte eine Phase, da habe ich regelmäßig vor dem Einschlafen darüber nachgedacht, wie die Geburt wohl ablaufen wird und hatte ziemlich viel Angst. Dazu muss man erwähnen, dass einige bekannte Frauen, die bereits Mütter sind, meinten mir auch oft ungefragt von ihrer furchterregenden Entbidung erzählen zu müssen. Oder einfach von Sachen, die „passieren können“. Und davon, wie froh sie sind, dieses Ereignis hinter sich gebracht zu haben. Damals habe ich mir vorgenommen, nur von meiner Entindung zu berichten, wenn ich explizit danach gefragt werde. Und diesen Bericht auch nicht zu sehr auszuschmücken, schließlich ist eine Entbindung eine ganz individuelle Sache. Dennoch möchte ich mit diesem Beitrag mein Vorhaben brechen, aber nur, um anderen Frauen Mut zu machen!

Naja, mit Details werde ich trotzdem sparsam sein, sie haben auf dieser Plattform schlichtweg nichts verloren. Vielmehr ist mir ein Anliegen, einige Strategien zu formulieren, die mir bei meiner Entbindung geholfen haben. So zumindest mein Eindruck.

  1. Das berühmte „Es geht los!“ ist oft gar nicht so eindeutig, es ist eher ein schleichender Prozess. Also: Warte nicht die ganze Zeit darauf, versuche die letzten Tage der Schwangerschaft so normal wie möglich zu verbringen. Und wenn es dann möglicherweise wirklich losgeht: Keine Sorge, du wirst nicht in einem Ausnahmezustand sein. Man wird hierzulande so gut auf eine Entbindung vorbereitet, dass man sich gar keine Strategien überlegen muss, wie man wann ins Krankenhaus kommt (Na gut, eine Begleitperson sollte da schon jederzeit abrufbereit sein.) Was ich sagen will: Wenn es losgeht, kannst du noch kommunizieren und dich mitteilen. Und sogar die Handtasche tragen 😉
  2. Bitte, bitte, bitte: Mach dir im Vorhinein keine Gedanken darüber, ob etwas Unangenehmes oder Unkontrolliertes während der Entbindung passiert, denn: Nichts ist unangenehm. Alles ist natürlich. Du merkst vieles auch gar nicht. Es ist dir letzendlich sowieso egal.
  3. Ein Grund, warum ich meine Geburt tatsächlich als schön bezeichnen würde, war auf jeden Fall meine „sportliche“ Einstellung dazu. Mit Hilfe von meiner Hebamme, die mich supergut angeleitet hat, habe ich versucht, meinen Körper bestmöglich für den Vorgang einzusetzen. Ich habe wirklich gearbeitet,  und immer das Ziel „Baby aus dem Bauch auf den Bauch“ vor Augen gehabt. Es wird dir sowieso jeder der möglichen Anwesenden sagen, wie gut du es machst. Also nutze den Lob und wandle ihn in positive Energie um.
  4. Die Hormone tun ihr Übriges: Es stimmt tatsächlich: Bei einer Geburt schüttet der weibliche Körper wohl die nötigen Hormone aus, um es der Frau so angenehm wie möglich zu machen. So zumindest meine Erfahrung.

Abschließend kann ich sagen, dass ich wirklich sehr positiv davon überrascht war, was für ein schönes Erlebnis mit einem wahnsinngen Ergebnis eine Entbindung ist. Ich behaupte, keine Frau muss sich davor fürchten. Und trotzdem ist jede anschließend eine Heldin!

Zurück als Mama!

Nach vielen Wochen der „Enthaltsamkeit“, habe ich mich heute aufgerafft, einen Beitrag zu verfassen – zu viel ist in den letzten Monaten passiert. Das Wichtigste: Natürlich die Geburt unseres Sohnes, und zwar tatsächlich am 24.12.2015, mit einer Verspätung von 6 Tagen. Besser gesagt, in der Nacht vom 23. auf den 24. Als ob ich mit dem Namen des Blogs schon das Schicksal herausgefordert habe. 🙂

So aufregend, wunderschön, zerschmetternd und herausfordernd die erste Zeit mit dem Baby auch ist, so sehr sehnt man sich nach einigen Wochen auch wieder ein Stückchen Normalität herbei. Ich werde ab nun versuchen, wieder regelmäßige Einträge über das Wunder Baby und das Leben als Familie zu verfassen.