Hochzeitstag

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Heute ist unser erster Hochzeitstag! Heute vor einem Jahr haben wir im kleinen Kreis unserer Familie und Freunde uns das Ja-Wort gegeben. Ich, damals im 6. Monat schwanger. Es war ein wunderschöner, sonniger Tag, ich habe mich gut und hübsch gefühlt und nach der standesamtlichen Trauung am Morgen hatten wir einen wundervollen Brunch. Mein Mann und ich waren ganz überwältigt von all der Liebe, die uns an dem Tag entgegenkam. Die zweite Hälfte des Tages hatte wir für uns und wollten sie ganz spontan und ungezwungen gestalten. Wir spazierten durch Frankfurt, besuchten eine Open-Air-Veranstaltung und waren dann in einem stinknormalen Lokal essen.

Nun ist ein Jahr rum. Es ist viel passiert. Die Geburt unseres Sohnes ist wohl das glücklichste und unvergesslichste Ereignis für uns beide und zwar in unserem gesamten Leben. Sowohl für uns als Paar als auch für jeden von uns als Individuen. Ich finde, das ist eine der größten Herausforderungen, die die Geburt eines Kindes mit sich bringt: Die Liebe und die Beziehung zum Baby sowohl als Eltern-Gespann als auch als Person der Mutter und des Vaters empfinden und gestalten. Den Partner dabei zu erleben, wie er eine Beziehung zu eurem Kind aufbaut, welches man auch oft als das ausschließlich eigene Kind betrachtet. Zu spüren, wie sich eure Beziehung zueinander wandelt. Und aus all diesen Beziehungsgeflechten, die plötzlich ganz unüberschaubar erscheinen, ordentliche Fäden zu spinnen in dem Mutter-Vater-Kind-Chaos. Bekanntlich ist sowohl das erste Jahr als Ehepaar als auch das erste Jahr als Elternpaar das Schwierigste. Ob es besonders schwierig wird, wenn diese beiden Ereignisse auf ein Jahr fallen?

Unser erstes Jahr war nicht immer leicht, aber irgendwie doch sehr, sehr glücklich. Und heute, an unserem Hochzeitstag ziehe ich wieder mein weißes Kleid an (es ist ganz schlicht :)) und wir spazieren durch Frankfurt und lassen uns treiben und es ist ganz heiß. Und: Der Sohnemann schläft zum ersten Mal ganz alleine bei den Großeltern.

Was für ein besonderer Tag!

Die allerletzten Tage Elternzeit

Nun, das war sie wohl…meine acht Monate lange Elternzeit. Anfang September hat die Arbeitswelt mich wieder und ich habe wirklich sehr, sehr gemischte  Gefühle, was das betrifft.

Auf der einen Seite, wenn ich ganz ehrlich bin, denke ich, dass ich momentan den besten, wichtigsten und erfüllendsten Job meines Lebens mache: Mutter sein! Ich fühle mich nicht einsam, mir fehlt nichts, ich kann von Langeweile nur träumen und genieße jeden Tag mit meinem Sohn. Zugegebenermaßen fällt mir ab und zu die Decke auf den Kopf. In dem Sinne, dass der Tagesablauf immer fast dem gleichen Muster unterliegt und die Aktivitäten mit und für das Baby immer die gleichen sind. Das strengt ab und zu tatsächlich an. Nichtsdestotrotz bin ich glücklich, voller Energie und lebensfroh – Zustände, die ich nicht gerade einem berufstätigen Leben zuschreiben würde.

Andererseits stehe ich ganz am Anfang meines Berufslebens und das Konzept „Karriere“ ist mir durchaus wichtig. Ich arbeite grundsätzlich gerne, d.h. ich habe gerne eine Aufgabe. Ich bin auch ein bisschen stolz, dass ich „schon“ nach acht Monaten in den Beruf zurückkehre. Und, mein Gott, vergleicht man Deuschland mit anderen europäischen Ländern, wo die Frauen viel, viel früher in den Beruf zurückkehren müssen (in Frankreich sind drei Monate Elternzeit die Regel, in den Niederlanden gar zehn Wochen), geht es uns hier mit den gegebenen Gesezten und der staatlichen Untersützung richtig gut! Warum also nagt dieses schlechte Gewissen mein Kind „alleine“ zu lassen doch an mir? Da ich grundsätzlich selbstreflexiv bin und immer versuche meinen Emotionen auf den Grund zu gehen, habe ich mich natürlich besonders mit dieser Frage beschäftigt. Und ich bin zu folgenden Antworten gekommen:

  1. Es ist zunächst ganz banal unsere weibliche Biologie und das braucht man gar nicht abstreiten, Feminismus hin oder her. Ich bin davon überzeugt, dass es diese besondere Mutter-Kind Bindung gibt – die eben nur Mütter mit ihren Babies (vor allem in den ersten Lebensmonaten) – sehr stark empfinden und leben. Ich denke schon, dass acht Monate eine relativ kurze Zeit ist. Möglicherweise würde ich nach 1,5 Jahren Elternzeit schon gar nicht mehr wissen wohin mit mir vor lauter Alltasgroutine.
  2. Ein anderer Grund liegt, denke ich, an unserem System. Es ist heute ein ungeschriebenes Gesetz, dass Frauen zwölf Monate Elternzeit nehmen. Und die Männer dann die restlichen zwei für die KiTa-Eingewöhnung. Zumindest habe ich den Eindruck, dass die Mehrheit der Eltern die Situation so regelt. Das führt natürlich dazu, dass ich mir denke: „Oh mann. Ich gehe viel zu früh arbeiten. Alle bleiben ein Jahr zu Hause. Mein Kind braucht mich doch noch, es ist so klein.“
  3.  Und der letzte Grund, den ich für mich identifizieren konnte, hat nur etwas mit meiner Persönlichkeit zu tun: Ich habe Angst vor dem Stress. Ich habe Angst davor mich zu großer Belastung auszuliefern. Ganz konkret stelle ich mir immer wieder vor, wie ich meinen Knirps nachmittags bei der Oma abhole, der Tag sowieso schon anstrengend war und ich einfach nur mit meinem Baby für den Rest des Tages kuscheln will. Aber nein: Ich muss ja noch etwas für morgen vorkochen. Oder einkaufen gehen. Geschweige denn unsere Hochzeit planen. Und dann komme ich nicht früh ins Bett. Und dann wacht der Sohnemann um 5 Uhr auf. Und diese Spirale, die aus angsteinflößenden Prophezeihungen, die allesamt dazu führen, dass ich vor Erschöpfung irgendwann gar nicht mehr funktioniere, führen dann zu den Sorgen, die ich so habe. Jetzt, wo ich das aufschreibe, empfinde ich diesen letzten Punkt sogar am schwerwiegendsten.

Ich habe mir vorgenommen, den August zu genießen und mir einfach keinen einzigen Gedanken über „Später“ zu machen. Klappt zwar nur sehr bedingt, aber ich gebe mein Bestes. Rational gesehen bin ich zu 100% davon überzeugt, dass es die richtige Entschiedung ist, jetzt schon wieder arbeiten zu gehen. Bevor ich Mutter wurde, war ich übrigens eine ganz radikale Verfechterin der working moms. Nun stehe ich kurz davor selber eine working mom zu werden und bin plötzlich ganz kleinlaut und emotional. Soviel zum Thema, dass man erst einmal selber Kinder bekommen sollte, bevor man andere be- oder verurteilt. Man darf aslo gespannt sein, wie sich mein Leben in knapp drei Wochen ändert. Die gute Nachricht: Es steht noch ein Kurztrip zum Bodensee bevor. 🙂

P.S. Ich würde mich hier sehr über eure Erfahrungen freuen: Wie macht ihr das? Wie lange bleibt ihr zu Hause? Wie vereinbart ihr Job und Kind? Wie machen eure Partner das? etc. etc.

Nach langer Zeit mal wieder…

…einen Text verfassen. Wurde aber auch höchste Zeit. Ich habe in den letzten Tagen viel daran gedacht, einen Beitrag zu schreiben, aber ehrlich gesagt, wusste ich nicht so recht, was ich berichten sollte. Warum? Ich vermute, mich haben einfach nicht so viele „Baby-Themen“ in den letzten Wochen beschäftigt! Was ich irgendwie als ein gutes Zeichen erachte. Ich war in den letzten Wochen scheinbar völlig im Reinen mit mir, meinem Leben, meiner Familie, meinem Mama-Dasein. Man könnte sage, ich bin nun völlig im Mama-Dasein angekommen und der Alltag läuft super.

Tja, was soll man auch schreiben über das beste Baby der Welt: Er macht uns das Leben leicht und erfreut uns von Tag zu Tag immer mehr mit seinen Fortschritten. Vor ca. einer Woche kamen gleich zwei (!) erste Zähnchen. Nun wird fleißig an meiner Schulter genagt. 😀 Schlaf ist auch immer noch eine feine Sache, zehn-elf Stunden Schlafen am Stück ist unsere Realität (Wo ist das Holz, wo ich draufklopfen kann? ;)). Gegessen wird alles, was Mama kocht oder kauft. Jeder wird angelacht. Auch wenn der Kleine Mann bei fremden Personen am Anfang noch etwas vorsichtig ist und zunächst relativ verunsichert den Blickkontakt mit mir sucht – „richtiges“ Fremdeln würde ich es noch nicht nennen. Er scheint kurz davor zu sein loszukrabbeln und selbständig zu sitzen. Zumindest macht er den Eindruck als würde er am liebsten die Grenzen seines Körpers sprengen und ist manchmal total genervt, wenn er einen bestimmten Gegenstand nicht erreichen kann.

So viel zum Thema Sohnemann. Ein weiterer Grund, warum es in den letzten Wochen eher ruhig hier auf dem Blog war, ist vermutlich auch die Tatsache, dass noch ein weiteres schönes Thema grade im  meinem Kopf umherschwirrt: unsere Hochzeitsfeier nächstes Jahr! Wir haben uns endlich dazu durchgerungen, eine größere, „richtige“ Feier zu organisieren. Letztes Jahr ging alles so schnell mit der Schwangerschaft und der darauffolgenden standesamtlichen Trauung und wir hatten ja auch damals schon gesagt, dass wir die Hochzeit noch in einem größeren Rahmen feiern wollten. Aber klar war auch, dass es mit Baby eine ganz schöne Herausforderung werden könnte. Und nichts schien mir in den ersten drei Monaten nach der Geburt absurder, als eine Hochzeit zu organisieren. Aber nun dachten wir uns: Warum nicht? Wenn man den nötigen Abstand nimmt vom Perfektionismus und dem ganzen kapitalistischen Hochzeitsmarketingwahn, kann man durchaus mit (verhältnismäßig) wenig Aufwand eine schöne Feier auf die Beine stellen. Und das haben wir nun vor! Eine nicht unbedeutende Rolle hat die Location gespielt, die wir mehr oder weniger per Zufall entdeckt haben. Und sobald die Location feststeht, ist ja bekanntermaßen schon ein wichtiger Schritt in Richtung Hochzeit getan. 🙂 Ich finde es schon ziemlich cool, dass wir das in Angriff genommen haben, mit einem (damals) sechs Monate alten Zwerg.

In den nächsten Monaten werden mich dementsprechend ein paar ganz andere Dinge beschäftigen. Denn neben der Hochzeitsplanung wird wohl gegen Ende des Jahres noch ein Umzug anstehen und in unglaubich kurzen vier Wochen gehe ich auch wieder arbeiten. Wie ich DAS alles unter einen Hut kriegen will, ist mir noch ein Rätsel. Und ich hoffe wirklich sehr, dass ich zumindest ab und zu noch die Zeit und Kraft haben werde, hier den einen oder anderen Gedanken festzuhalten. Ich gebe mir jedenfalls Mühe. 🙂