Irrtümer, die ich glaubte, bevor ich Mama wurde

Es gibt da so ein paar Dinge, die man meint besser als alle anderen zu wissen. Vor allem, wenn man noch keine Kinder hat, hat man das Gefühl, man würde bestimmte Sachen besser machen, als andere frischgebackene Eltern. Wie absurd! Eine der wenigen Aussagen, die man tatsächlich glauben kann, ist nämlich die, dass man einfach keine Ahnung hat, bevor man nicht selber Kinder bekommt.

Nun habe ich selber ein Baby und habe mich schon wenige Wochen nach der Ankunft des schönsten Wesens auf der Welt gefragt, wie ich auch nur annehmen konnte, dass ich etwas „besser“ könne als andere. Wie konnte ich andere frischgebackene Eltern aus meiner Situation heraus beurteilen? Das kann man nicht. Punkt. Hier möchte ich nun ein paar dieser Irrtümer auflisten. Ich denke, die Liste wird mit der Zeit länger und länger werden…

  1. Kinder werden so, wie wir sie erziehen. Ein Baby ist ein formbares Wesen und man muss es an die eigenen Lebensumstände adaptieren. Falsch! Jedes Baby ist zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits eine Persönlichkeit. Wir können Babies bei Dingen helfen, die sie selber noch nicht steuern können, aber wir können niemals ihre Persönlichkeit verändern. Wenn ein Baby leicht ablenkbar ist und Ruhe beim Essen braucht, dann ist das eine Tatsache. Wenn ein Baby gerne die Körpernähe der Eltern spürt, dann ist es eine Tatsache. Wenn ein Baby gerne in einer bestimmte Position liegt und weniger gerne in einer anderen, dann ist es auch eine Tatsache. Das natürlichste Elternverhalten ist, all diese Tatsachen zu akzeptieren. Und ja, daraus kann dann automatisch folgen, dass man nicht das Baby an sich, sondern sich an das Baby adaptieren muss.
  2. Wieso bitte sagt die Freundin XY, dass sie nicht mal Zeit zum duschen hat? Die zehn minuten wird man sich doch nehmen können! Also, ich konnte mir die zehn Minuten an Anfang leider auch nicht nehmen. Dabei war unser Baby keineswegs besonders kompliziert, er hat sich nur nicht so gut ablegen lassen tagsüber. Das heißt, ich saß teilweise einfach nur auf der Couch, mit ihm auf dem Arm und er hat geschlafen. Er ist nämlich sofort aufgewacht, sobald man ihn abgelegt hat. Für’s Duschen musste dann mein Mann/Mutter/Schwiegermutter da sein. Und, Oh Mann, Duschen war der pure Luxus in den ersten Wochen! Aber: Es wird besser, definitiv. Heute, fünf Monate später kann ich auch duschen gehen, während er im Bettchen oder seiner Wippe mit sich selber beschäftigt ist.
  3. Na, zur allergrößten Not kann man das Baby ein paar Minuten schreien lassen wenn man gerade etwas erledigt. Es wird schon keinen großen Schaden davontragen. Tja, ich bin kein Experte, ab wievielen Schreiminuten das Baby tatsächlich „einen Schaden“ davonträgt, aber dass eine Mutter es in der Anfangszeit nicht eine einzige Sekunde aushält, ihr Ein und Alles schreien zu hören, das ist Fakt. Ich habe mitgeheult in den ersten Wochen. Hat die Natur echt super eingerichtet, oder?
  4. Wir werden auf jeden Fall total lockere Eltern! Wir gehen viel raus, viel zu Freunden und nehmen das Baby einfach mit. Da kann ich nur auf Punkt 1 verweisen: Wenn es das Baby mitmacht, prima. Aber nicht alle Babies machen alles mit und gerade in den ersten Monaten stellt sich für frischgebackene Eltern die Frage, was wichtiger ist: soziale Kontakte oder Schlaf. Für mich war es definitiv der Schlaf…

 

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