Wenn die Milch immer weniger wird

Vor einigen Wochen habe ich hier  darüber berichtet, dass wir unserem Zwerg Fläschchen geben müssen, da meine Milch nicht ausreicht. Es ist circa sechs Wochen her, dass ich geschrieben habe, dass es dennoch für 2-3 Mal Stillen reicht. Obwohl ich, soweit ich das Einschätzen kann, nichts an meinem Verhalten geändert habe, habe ich jetzt wirklich kaum noch Milch. Ich weiß nicht genau, wie ich das beuerteilen kann, aber es scheinen nur wenige Millliliter zu sein: Der Kleine wird schon nach wenigen Minten nach dem Anlegen sehr quengelig, er saugt, schluckt aber kaum. Ich vermute, dass jetzt auch das eingetreten ist, wovor viele Experten in Zusammenhang mit Zufüttern berichten: Das Kind wird „faul“ an der Brust. Möglicherweise ist noch Milch da, da sie aber nicht so leicht fließt wie aus der Flasche und das Baby sich folglich mehr anstrengen muss, hat das Baby bald keine Lust mehr auf die Brust. Und ich denke, es macht auch keinen Sinn mehr, ihn in einem Stillprozess immer wieder dazu zu bringen an der Brust zu bleiben. So gebe ich ihm, sofort wenn er meckert das Fläschchen hinterher. Ursprünglich hatte ich mir gewünscht, auch mit Flasche wenigstens sechs Monate stillen zu können. Momentan sieht es so aus, dass es nicht klappen wird, was ich sehr schade finde, aber irgendwie damit leben muss. Es geht meinem Kleinen sehr gut, er strahlt pures Glück aus und ist super gesund. Und das zählt! Nächste Woche fliegen wir für zwei Wochen in Urlaub, mal schauen, wie da die Situation sein wird.

Ach ja, wir haben seit zwei Wochen mit Beikost angefangen! Das ist herrlich und ein ganz, ganz bedeutender Einschnitt in der Entwicklung und unserem Alltag. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag… 🙂

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Wenn das Baby mehrsprachig aufwächst

Dieser Beitrag soll informativer Natur sein, da ich vor kurzem einen Vortrag zur mehrsprachigen Kindererziehung besucht habe. Warum? Weil auch unser Sohn mehrsprachig aufwachsen soll. Ich bin gebürtige Russin, in meinem Elternhaus wird nur Russisch gesprochen und selbstverständlich möchte ich die Sprache, Kultur und russische Traditionen an mein Kind weitergeben. Wäre auch ganz schön dumm, ihm ein so mächtiges Kapital wie eine zusätzliche Sprache vorzuenthalten.

Einiges beim Vortrag über die mehrsprpachige Kindererziehung war logisch und selbstverständlich, anderes hat mich überrascht und ich habe viel Wissenswertes zu diesem Thema erfahren, was ich nachfolgend teilen möchte.

  • Möchten die Eltern ihre Kinder mehrsprachig erziehen, müssen sie sich zuallererst einer Sache bewusst sein: Ein Mensch besitzt, egal, wie viele Sprachen er beherrscht, immer eine starke Sprache. Diese sprache ist fast immer die Umgebungssprache (z.B. Deutsch in Deutschland). Es ist kaum möglich, mehrere Sprachen auf dem absolut perfekten Niveau zu beherrschen. (Dies bedeutet nicht, dass man nicht mehrere Sprachen fast perfekt sprechen kann). Eltern sollten sich dessen bewusst sein und nicht allzu hohe Anforderungen an sich, ihren Alltag und das Kind stellen.
  • Das menschliche Gehirn hat eine unendliche Kapazität, was den Spracherwerb angeht. Möchten die Eltern ihrem Kind x Sprachen aneignen, können sie das gerne tun. Es führt nicht zur Verwirrung, wenn das Kind mehreren Sprachen ausgesetzt ist. Es ist nur so, dass es natürlich schwierig ist, mehrere Sprachen im Alltag unterzubringen.
  • Wichtig: haben Eltern den Anspruch, dass ihr Nachwuchs später mehrere Sprachen akzentfrei sprechen kann, ist es notwendig direkt nach der Geburt mit ihm in diesen Sprachen zu kommunizieren. In den ersten sechs Lebensmonaten bilden sich die Strukturen im Gehirn aus, die für den Erwerb von Lauten verantwortlich sind.
  • Es ist ganz normal, dass folgende Entwicklung passiert: Das Kind verbringt die ersten Lebensjahre zu hause, bei der/dem Mutter/Vater und bekommt von dieser Bezungsperson eine Sprache, sagen wir, Russisch, beigebracht. Es versteht und spricht die Sprache. Es kommt in den Kindergarten, wo es Deutsch lernt. das Kind wird vermutlich irgendwann ganz aufhören, Russisch zu sprechen, da die Umgebungssprache einfach überwiegt. Es wird weiterhin alles verstehen, aber nur Deutsch sprechen. Das ist ganz normal und die Eltern müssen nicht verzweifeln oder das Kind dazu zwingen, auf Russisch zu kommuizieren. Sie sollten aber standhaft bleiben und weiterhin mit dem Kind Russisch sprechen. Irgendwann, so hieß es im Vortrag, wird das Kind wieder diese Sprache beherrschen. Eine sehr wichtige Info, wie ich finde.
  • Und zu guter Letzt, etwas, was ich sehr süß finde: In der Lallphase (die ersten sechs Lebensmonate) lallen und gurren alle Babies weltweit gleich! 🙂

Dieser Vortrag hat mich sehr darin bestärkt, weiterhin konsequent Russisch mit meinem Baby zu sprechen. Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass er vermutlich nicht Russisch sprechen wird, da er dies nur von mir, wenn wir beide alleine sind und von meinen Eltern, die er ein paar mal im Monat sieht, zu hören bekommt. Dennoch erhoffe ich mir zumindest, dass er es versteht und vielleicht irgendwann, als junger Erwachsener das Interesse hat, die Sprache und das Land näher kennenzulernen.